SiPost magazine

Pages

Categories

Social Media

Suche



Datenschutz im Internet

SiMedia
by
5. August 2011
eMarketing
6 Comments

Datenschutz im internetDie Einhaltung der Datenschutzbestimmungen für Webseiten ist nicht nur wegen der hohen Strafen wichtig, sondern auch aufgrund der sensiblen Daten der Benutzer, die hierbei gesammelt und übermittelt werden. In der Vergangenheit gab es immer wieder Vorfälle in denen Daten von Benutzern unrechtmäßig gespeichert, weitergegeben oder verkauft wurden – darum werden auch immer strengere Bestimmungen zum Schutz dieser Daten gefordert. Vor allem in Deutschland sind die Bestimmungen hierzu überaus komplex und eine Einhaltung ist für Webseitenbetreiber ohne Nachteile (fast) nicht möglich.

Welche Teile der Website sind vom Datenschutzgesetz am meisten betroffen?

Vorneweg hat ein Webseitenbetreiber bereits einige Dinge zu beachten, so müssen z.B. folgende Pflichtangaben vorhanden sein:
–    Ein Impressum mit Ansprechpartner / Kontaktdaten
–    Unterrichtung der Besucher bezüglich Datenspeicherung (Datenschutzerklärung)
–    Einwilligung des Besuchers bezüglich Verarbeitung und Übertragung seiner Daten

Betreibt jemand eine statische Seite ohne Formulare oder Tracking, dann sind diese Bestimmungen relativ einfach einzuhalten. Bei komplexeren Webseiten mit eingebautem Google Analytics, Social Plugins, Formularen, etc. wird dies allerdings erheblich schwieriger:

  • Google Analytics:
    Google Analytics ist mittlerweile wohl das beliebteste Statistikprogramm und befindet sich in vielen Websites. Allerdings ergeben sich hiermit auch datenschutzrechtliche Probleme sowie technische Schwierigkeiten. Um den Richtlinien zufolge in Ordnung zu sein, müssten die IP Adressen, die durch Analytics ermittelt werden, anonymisiert werden. Des Weiteren muss ein zusätzlicher Artikel über Analytics in die Datenschutzbestimmungen mit aufgenommen werden.Die Datenschutzbestimmungen zu erweitern ist kein großer Aufwand, die Anonymisierung der IP Adressen ist auch machbar (hierzu gibt es einige Anleitungen im Internet). Jedoch verliert Analytics hiermit auch an Genauigkeit, sprich die Qualität der Daten leidet darunter.

    Weiters ist jedoch anzumerken, dass so gut wie alle anderen Statistikprogramme datenschutztechnisch dieselben Probleme mit sich bringen, somit wären besagte Schritte auch im Rahmen der Verwendung anderer Trackingprogramme notwendig.
  • Social Media Plugins:
    Social Media Plugins von Facebook, FlickR und Twitter können mittlerweile einfach in die Seite eingebunden werden. Beliebtestes Beispiel ist sicher der Facebook Like Button. Wird dieser eingebaut, kann der Besucher der Website auf „Gefällt mir“ klicken und schon erscheint bei Facebook, dass Ihm das gefällt.
    Aber auch hier werden Daten über den Besucher übermittelt (bzw. wären diese  theoretisch auch für den Webseitenbetreiber zugänglich) und dies ist datenschutzrechtlich wieder nicht ganz in Ordnung. Deshalb benötigt man auch in diesem Beispiel einen Text für die Datenschutzbestimmungen, in welchem der Besucher auf die Übermittlung der Daten an Facebook aufmerksam gemacht wird.

Fazit :
Eine 100% datenschutzkonforme Seite zu erstellen erweist sich aus unterschiedlichen Gründen als schwierig. Zum einen ergeben sich für Webseiten-Betreiber nicht unerhebliche Nachteile, zum anderen sind einige Punkte aus datenschutzrechtlicher Sicht schlichtweg kaum umsetzbar. Was erschwerend hinzu kommt, ist die Tatsache, dass kein juristischer Präzedenzfall existiert, welcher Webseitenbetreibern oder Juristen als Richtschnur gelten könnte. Fakt ist weiter, dass ebenso wenig Abstrafungen in Sachen Datenschutz bekannt sind. Ein Aspekt, der in der Internetwelt sicherlich große Wellen schlagen würde, weshalb die Behörden, die die Einhaltung kontrollieren, sehr vorsichtig agieren.

Was heißt das nun konkret für Sie? Wer Statistikprogramme, Social-Plugins oder Ähnliches in seine Website einbauen will, sich aber nicht sicher ist, ob dies aus datenschutzrechtlicher Sicht ohne Weiteres in Ordnung ist, der sollte vorab unbedingt Rücksprache mit seinem Webmaster oder Rechtsbeistand halten, um sich über die geltenden, länderspezifischen Richtlinien zu informieren. Helfen kann einem diesbezüglich sicherlich auch ein Blick nach Deutschland. In kaum einem anderen europäischen Land gelten nämlich derart strenge Datenschutzregelungen wie in der Bundesrepublik. Die Einhaltung dieser Bestimmungen kann also zumindest theoretisch als Indiz dafür gelten, dass man auch in anderen Ländern rechtlich in Ordnung ist.

Foto: Shutterstock
 


6 Antworten

  1. Albi

    12. August 2011, 10:38:07

    Genau so sehe ich das auch. Im Grunde halte ich mich immer an das Telemediengesetz der BRD. Der wesentliche Paragraph ist hier einzusehen: http://www.gesetze-im-internet.de/tmg/__13.html

  2. Christoph Taschler

    17. Dezember 2011, 09:32:18

    Danke für den interessanten Beitrag. Ist doch alles recht kompliziert, oder?

  3. Werner

    19. Dezember 2011, 16:44:03

    wenn man mit bestem Gewissen und akribischer vorbereitung an die Sache rangeht, kann einem wenig passiern. Bin ich der Meinung.

  4. Markus

    22. Dezember 2011, 00:22:04

    In Italien gelten ganz andere Gesetze. Bundesdeutsche Gesetze sind hier (in Südtirol) nicht anwendbar. So gibt es hier z.B. keine Impressumspflicht, jedoch die Pflicht bei gewerblichen Webseiten die Steuernummer zu veröffentlichen.

  5. Markus

    22. Dezember 2011, 00:23:45

    Mehrwert-Steuernummer meinte ich natürlich (partita iva).

  6. Werner

    23. Dezember 2011, 12:03:30

    Da geb ich dir Recht, Markus. Freilich. Nur die Richtung (Trends), in die es geht, das liest man am Beispiel Deutschland sicherlich ganz gut ab. Selbstverständlich gibt’s dann immer landerspezfishe Unterschiede zu berücksichtigen.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.